Begriffe von A - Z über das allgemeine Studentenleben
  (und das Studentenleben der T.V. Widukind zu Iserlohn)
 
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Aktivenzeit

die Zeit in einer Verbindung, während ein aktiver Fux oder Bursche der Aktivitas angehört

 

Aktiver

studierendes Mitglied einer Studentenverbindung

 

Aktivitas

Zur Aktivitas zählen Füxe, Burschen und inaktive Burschen, also alle Mitglieder, die ihr Studium noch nicht beendet haben. Die Aktivitas prägt als tragende Säule der Verbindung deren Leben, Programm und äußeres Erscheinungsbild. Sie ist demokratisch aufgebaut  (Convente) und wird durch die Chargierten geleitet.

 

Alter Herr

Mitglied einer Studentenverbindung nach erfolgreichem Abschluß des Studiums und nach der Philisterzeit. Erst ab ca. 1860 kam die Bezeichnung Alter Herr auf, um der damaligen spießbürgerlichen Nebenbedeutung des Begriffes Philister die Würde des Alters entgegenzusetzen. Die Alten Herren tragen zum Verbindungsleben im wesentlichen als fördernde und beratende Mitglieder bei und sorgen für die Kontinuität des Korporationsgedankens.

 

Altherrenschaft

Gemeinschaft der Alten Herren

 

AltHerrenVerband

Ein weiterer Ausdruck für die Gemeinschaft der Alten Herren, wobei diesem AHV auch drei Chargen in ihren Chargenämtern als Senior (AH X), Schriftwart (AH XX) und Kassenwart (AH XXX) vorstehen.

 

Band

Erkennungszeichen einer farbentragendenVerbindung. Das Band besteht aus den Farben der Verbindung.

 

Bier

lateinisch: biber = Trank; beliebtes studentisches Getränk, aus dem germanischen Met durch Beigabe von Hopfen entwickelt

 

Bierehrlich

vollberechtigtes Mitglied an der Kneiptafel

 

Bierfamilie

Innerhalb einer jeden Verbindung gibt es mehrere Bierfamilien. Vor seiner Burschung sucht sich jeder Fux einen Biervater aus. Meist trifft die Wahl auf einen Burschen, Philister oder Alten Herrn, der sich um den Fuxen gekümmert, ihm den Start in das Verbindungsleben erleichtert hat oder ganz einfach am sympatischsten ist. Ist auch der Angesprochene bereit, den "Burschen in spe" in seine Bierfamilie aufzunehmen und ihn somit als Biersohn annimmt, erfolgt während der Burschung die Aufnahme in die Bierfamilie. Dabei werden ein Wein- und Bierzipfel getauscht.

 

Bierorgel

Klavier der Verbindung. Während des Singens der Lieder bei einer Kneipe spielt ein Verbindungsmitglied die Bierorgel und begleitet die gesungenen Texte.

 

Biersemester

Gehört man zu einer Bierfamilie, so werden die Farbensemester auch als Biersemester bezeichnet.

 

Biersohn

Als Biersohn bezeichnet man den Burschen, der von seinem Biervater in die Bierfamilie aufgenommen wurde (siehe auch: Bierfamilie).

 

Bierspitz

Spitzname innerhalb einer Bierfamilie, auf den man während der Fuxung getauft wird

 

Biervater

Als Biervater wird der Bursche, Philister oder Alte Herr bezeichnet, der von seinem angehenden Biersohn für diese Vaterschaft ausgewählt wurde (siehe auch: Bierfamilie).

 

Bierverschiß

Verweis eines Mitgliedes der Kneiptafel durch das Präsidium während einer Kneipe

 

Bierzipfel

Er gehört zur Familie der Zipfel. Den Bierzipfel (er ist breiter und länger als der Weinzipfel) erhält das kurz zuvor geburschte Verbindungsmitglied von seinem Biervater und trägt diesen als ersten Zipfel an seinem Zipfelbund. Er beinhaltet die Farben der eigenen Verbindung sowie einen Schieber mit Wappen, Zirkel und Widmung.

 

Brandfux

Fux im zweiten Farbensemester

 

Brandung

Während der Fuxenzeit von zwei Semestern geht der Status des Krassfuxen (erstes Farbensemester) in den des Brandfuxen (zweites Farbensemester) über. Dies geschieht bei der sogenannten Brandung. Bei einer Kneipe mit Brandung werden die Gesichter der Füxe mit rußigen Korken geschwärzt.

 

Bundesbruder

Bundesbruder wird ein Bursche, Philister und Alter Herr der eigenen Verbindung genannt (im Gegensatz zum Farbenbruder).

 

Bursche

Vollberechtigtes Mitglied einer Verbindung im Gegensatz zum Fuxen. Nach der Fuxenzeit wird ein Mitglied durch eine feierliche Zeremonie (Burschung oder Reception) unter Ableistung eines Burschengelöbnisses zum vollberechtigten Mitglied erklärt.
Burse: Mittelalterliche Bezeichnung für das Studentenwohnheim und Studierhaus, bzw. für die gemeinsame Kasse. Aus diesem
Begriff leitet sich die Bezeichnung Bursche ab.

 

Burschenband

Das Burschenband gehört zu den Couleurgegenständen einer jeden Verbindung. Während der feierlichen Burschung bekommt ein jeder Bursche dieses Band vom Senior verliehen und um den Hals (rechtsanliegend) sowie unter dem linken Arm hergeführt umgelegt. Es vereint das Couleur der eigenen Korporation und wird an seinen Enden mit einem Bandknopf zusammengefügt oder auch einfach nur geknotet.

 

Burschengelöbnis

Während der Burschung legt der angehende Bursche ein Burschengelöbnis auf die Farben der Verbindung ab und wird mit der Verleihung des Burschenbandes in das Burschentum aufgenommem.

 

Burschenprüfung

Bevor ein jeder Fux geburscht wird, muß er eine Burschenprüfung ablegen. Hier wird das durch den Fuxmajor vermittelte Wissen überprüft.

 

Burschensalon

Während einer Kneipe sitzen alle Burschen in eigener Rund an der Kneiptafel angrenzend an den Fuxenstall. Dieser "Grenzverlauf" wird bei einigen Verbindungen mit einem ausgestopften Fuchs symbolisiert.

 

Burschenschaft

Eine farbentragende waffenstudentische Korporation, die sich im Sinne des Wahlspruchs "Ehre, Freiheit, Vaterland" auch als politische Gruppe versteht und ihre Mitglieder zu persönlicher Stellungnahme und Mitwirkung im öffentlichen Leben verpflichtet. Die Burschenschaften bilden den Verband der Deutschen Burschenschaften (Abk. DB; März 1972: 116 Bünde an 31 Hochschulen [davon 9 in Österreich] mit 3602 Aktiven und über 20853 Alten Herren). Die Bestimmungsmensur ist seit Oktober 1971 kein Verbandsprinzip mehr, ihre Ausübung bleibt der Entscheidung der einzelnen Burschenschaften überlassen.

 

Burschentum

Gemeinschaft der Burschen in ihrer Aktivenzeit

 

Burschenzeit

die Zeit in der Verbindung nach der Fuxung (Burschung) bis zum erfolgreichen Abschluß des Studiums (Ernennung zum Philister)

 

Burschung

feierliche Aufnahme des Fuxen in das Burschentum. Dabei wird ihm das Burschenband überreicht und es erfolgt die Aufnahme in die Bierfamilie

 

Cerevis

Das Cerevis ist eine besonders verzierte Kopfbedeckung und wird auch "Bierkappe"genannt. Sie wird von Inaktiven oder Alten Herren getragen (bestickt und steif: Paradecerevis, unbestickt: Tönnchen).

 

Charge, Chargierter

Die Charge (frz.: Bürde eines Amtes) ist ein Vorstandsamt in einer Verbindung. Anzahl und die Bezeichnungen sind je nach Art der Verbindung unterschiedlich. Es gibt: Erstchargierter/Sprecher/Senior und "Vorstandsvorsitzender" als höchster Repräsentant einer Verbindung mit Richtlinienkompetenz bei der Gestaltung des Bundeslebens. Desweiteren: Consenior/Subsenior/Fechtwart/ Schriftführer/Schriftwart/Sekretär, Kassier/Quästor/Kassenwart und Fuxmajor. Als Amtskürzel werden Kreuze gebraucht: X für Senior, XX für Schriftwart, XXX für Kassenwart bzw. FM für Fuxmajor. Jedes Semester werden die Chargen durch den Convent neu besetzt. Der Amtsinhaber einer Charge wird als Chargierter bezeichnet. Als Chargieren wird das Auftreten von (meist) drei Mitgliedern einer Verbindung zu besonderen feierlichen Veranstaltungen, z.B. Stiftungsfest, im Vollwichs bezeichnet.

 

Chargenämter

In unserer Verbindung gibt es insgesamt vier Chargenämter und zwar das Amt des Seniors (X, Erstchargierter), Schriftwartes (XX), Kassenwartes (XXX) und des Fuxmajors (FM).

 

Comment (Komment)

Regularium und Glossar für bestimmte Formen des studentischen Brauchtums und Gemeinschaftslebens. Früher streng normativ, heute eher deskriptiv. Es gibt den allgemeinen deutschen Biercomment als Kneipcomment, sowie Couleurcomment, Fechtcomment, etc.

 

Commers (Kommers)

feierliche Kneipe im Rahmen eines Stiftungsfestes oder einer Weihnachtsfeier

 

Convent

Beratendes und beschlußfassendes Organ einer Verbindung als Ausdruck des demokratischen Prinzips. Je nach Kreis der stimmberechtigten Mitglieder unterscheidet man verschiedene Convente (Allgemeiner Convent, Burschenconvent, Altherrenconvent, Bundesconvent) Ebenfalls Bezeichnung für die Zusammenkunft der Vertreter aller Verbindungen eines Dachverbandes, daher taucht diese Bezeichnung in den Namen einiger Verbände auf.

 

Corona

alle an der Kneiptafel anwesenden Personen

 

Couleur (Farben)

Die Farben einer Verbindung, die als äußeres Zeichen derselben von ihren Mitgliedern getragen werden. Bestandteil sind Band, Zipfel, Mütze und gegebenenfalls Verbandsnadel. In der Regel bedeutet Vollcouleur Anzug und Couleur, Halbcouleur nur Band und Zipfel ohne Anzug. Im weiteren Sinne ist auch der Couleur des Bundes darunter zu verstehen: Fahne, Banner, Vollwichs,...). Der Begriff "Couleur" taucht aber auch in vielen anderen Begriffen auf, die sich auf das Verbindungsstudententum an sich beziehen.

 

Couleurband

als Couleurband bezeichnet man auch das Burschenband der Verbindung

 

Couleurdame

Bei einer Verbindung offiziell annoncierte Dame, die regelmäßig zu den Veranstaltungen eingeladen wird. Sie hat sich während der Zeit ganz besonders um die Verbindung verdient gemacht.

 

Couleurgegenstände

Alles, wo Farben oder das Wappen des Bundes auftauchen, z.B.: Band, Cerevis, Mütze, Schärpe, Vollwichs, Zipfel, Burschen- und Fuxenband.

 

Farbenbruder

Farbenbruder wird ein Bursche, Philister und Alter Herr einer befreundeten bzw. einer anderen Verbindung genannt (im Gegensatz zum Bundesbruder).

 

Farbensemester

In einer farbentragenden Verbindung wird ein jedes Semester, während dem ein Fux, Bursche, Philister oder Alter Herr seiner eigenen Korporation angehört, als Farbensemester bezeichnet

 

Farbentragend

Es gibt farbentragende und auch nicht farbentragende Verbindungen. In Form von Couleurgegenständen wird das Couleur der eigenen Verbindung zu besonderen Anlässen, z.B. Stiftungsfest, getragen und präsentiert.

 

Fidulität

gemütliches, vergnügliches und ungezwungenes Beisammensein nach einer Kneipe ohne Regeln und Programm

 

Freundschaftszipfel

Der Freundschaftszipfel gehört zur Familie der Zipfel. Er wird zwischen Bundes- und Farbenbrüdern zu verschiedenen Anlässen verliehen und/oder getauscht und drückt eine besondere Verbindung untereinander aus. Man läßt ihn extra anfertigen; er beinhaltet die Farben der eigenen Verbindung sowie einen Schieber mit Wappen, Zirkel und Widmung.

 

Fux

neues Mitglied einer Verbindung. Während der meist zweisemestrigen Fuxenzeit hat das neue Mitglied die Gelegenheit, das Verbindungsleben und die Gemeinschaft der Burschen, Philister und Alten Herren kennenzulernen. Danach wird er geburscht. Bei einigen Verbindungen gibt es die Unterscheidung zwischen dem Krassfuxen und Brandfuxen.

 

Fuxenband

Das Fuxenband gehört zu den Couleurgegenständen einer jeden Verbindung. Während der feierlichen Fuxung bekommt ein jeder Krassfux dieses Band vom Senior verliehen und um den Hals (linksanliegend) sowie unter dem rechten Arm hergeführt umgelegt. Es vereint das Couleur der eigenen Korporation und wird an seinen Enden mit einem Bandknopf zusammengefügt oder auch einfach nur geknotet. Im Gegensatz zum Burschenband sind nur zwei der drei Farben der Verbindung in größerer Breite angeordnet, die dritte Farbe faßt die beiden anderen Farben in schmalerer Breite am linken und rechten Rand ein.

 

Fuxenstall

Während einer Kneipe sitzen die Füxe in eigener Runde an der Kneiptafel angrenzend an den Burschensalon. Dieser "Grenzverlauf" wird bei einigen Verbindungen mit einem ausgestopften Fuchs symbolisiert.

 

Fuxenstunde

In der Fuxenstunde lernt der Fux vom Fuxmajor alles Wissenswerte über das Verbindungswesen, die eigene Verbindung und ihre Geschichte des eigenen Bundes sowie über die Verbindungen am Studienort.

 

Fuxenzeit

Die Fuxenzeit ist die Zeit eines Verbindungsmitgliedes zwischen Fuxung und Burschung

 

Fuxmajor (FM)

Chargenamt: Der Fuxmajor (FM) ist in seinem Farbensemester für die Füxe verantwortlich. Er ist eigens für die Führung und Betreuung der Füxe vom Convent der Verbindung gewählt, hat sie in die Korporation einzuführen, mit den Zielen der Verbindung vertraut zu machen und ihre persönliche Entwicklung zu fördern. Er ist einerseits Vertrauensmann der Verbindung gegenüber den Neueingetretenen wie er andererseits die Füxe gegenüber dem Convent vertritt.

 

Fuxung

feierliche Aufnahme des interessierten Studenten in den Fuxenstall. Dabei werden ihm die Mütze und das Fuxenband bei der feierlichen Fuxung überreicht. Außerdem erhält der Fux seinen Bierspitz und den Comment (Komment) der Verbindung, um sich über die Korporation und ihre "eigenen Gesetze" zu informieren sowie den Inhalt für die Burschenprüfung parat zu haben.

 

Inaktiver

studierendes Mitglied der Aktivitas einer Studentenverbindung, daß aus studientechnischen Gründen (Examen, Diplomarbeit und Diplomprüfung, Praxissemester, etc.) oder Wechsel des Studienortes von verschiedenen Verpflichtungen befreit ist.

 

Inoffizium

lockerer Ablauf einer Kneipe mit Zipfeltausch, Brandung, etc.

 

Kassenwart

Chargenamt: Der Kassenwart (XXX) ist in seinem Farbensemester für die finanziellen Belange der Aktivitas verantwortlich. Über ihn laufen die Einnahmen und Ausgaben der Aktivitas und er ist auch dafür zuständig, daß die Semesterbeiträge pünktlich
gezahlt werden und eingehen.

 

Keilarbeit

Nachwuchswerbung der Verbindung in eigener Sache

 

Kneipe

Traditionelle Feier im studentischen Leben, die nach bestimmten Ritualen (Comment) im Vollcouler mit Gesang, Reden und Zeremonien gestaltet wird. Die Kneipe gliedert sich zeitlich in ein Offizium, Inoffizium und Fidulität. Räumlich gliedert sie sich in Präsidium, Burschensalon und Fuxenstall mit Contrarium. Eine besonders feierliche Variante ist der Commers. Während der Reden und Zeremonien herrscht Silentium (Ruhe), dazwischen Kolloquium (Gespräch).

 

Kneiptafel

Tisch während der Kneipe, an der sich die Corona versammelt hat

 

Komment

siehe Comment

 

Kommers

siehe Commers

 

Konstante

Nicht jede Verbindung besitzt eigene Räumlichkeiten oder sogar ein eigenes Haus. Aus diesem Grund bedarf es eigenen Raumes, in dem die Kneipe und andere Veranstaltungen der eigenen Korporation stattfinden können. Dieser Raum befindet sich meistens in einem Gasthof oder Restaurant und wird Konstante genannt.

 

Korporation

(lateinisch: Körperschaft) Studentenverbindung

 

Korps

Eine studentische Korporation mit den Prinzipien "Freundschaft" und "Ehre", die politische, religiöse und wissenschaftliche Beeinflussung ihrer Mitglieder ablehnt. Die Korps (Bezeichnung seit etwa um 1810) tragen Farben und fechten Mensuren. Sie sind die Nachfolger der Landsmannschaften des 18. Jahrhunderts; sie nahmen von Anfang an Mitglieder jeder Staatsangehörigkeit auf. Besonders ab 1840 entwickelten sie sich, im Gegensatz zu den Burschenschaften, als Typ der konservativen waffenstudentischen Verbindung mit strengem Komment, Bestimmungsmensur und unbedingter Satisfaktion mit der Waffe. Die Vorsitzenden (Senioren) der einzelnen Korps einer Hochschule bilden den Seniorenkonvent (SC).

 

Krassfux

Fux im ersten Farbensemester

 

Landesvater

Seit dem 18. Jahrhundert üblicher Brauch, bei dem die Mützen auf den Schläger aufgespießt werden. Früher als Bekenntnis zu Landesvater und Vaterland, heute mehr Bekräftigung des Burschengelöbnisses.

 

Landsmannschaft

Eine farbentragende waffenstudentische Korporation mit "Ehre, Freundschaft, Vaterland". Die Bezeichnung geht zurück auf die im späten Mittelalter erfolgten privaten Zusammenschlüssen von Studenten gleicher landschaftlicher Herkunft, die ihrerseits die Nationen fortsetzten, nach den die mittelalterlichen Universitäten offiziell geliedert waren. Die Landsmannschaften hatten im 17. und 18. Jahrhundert durch ihre Seniorenkonvente großen Einfluß obwohl sie von den Behörden immer wieder unterdrückt wurden. In der Auseinandersetzung mit den studentischen Orden (nach 1770) wurden sie zu straff gegliederten Korps. Die heutigen Landsmannschaften entstanden als neue Verbindungen ab 1840 in Göttingen, Leipzig und Halle. Sie vertraten gegenüber den Korps die Gleichberichtigung aller Studenten und lehnten die politische Betätigung der Burschenschaften ab. 1868 wurde in Kassel der Allgemeine Landsmannschaftenverband gegründet (seit 1872 Coburger Landsmannschafter-Convent [L.C], seit 1908 Deutsche Landsmannschaft [DL]). Die Alten Herren waren seit 1897 im Coburger AHLC (1907 Gesamtverband Alter Landsmannschafter e.V.) organisiert. Nach 1919 traten die Landsmannschaften der technischen Hochschulen, die seit 1867 bzw. 1907 einen eigenen Verband gebildet hatten, der DL bei. Von 1919 bis 1934 waren auch die östreichischen und sudetendeutschen Landsmannschaften Mitglieder der DL, die 1934 112 Landsmannschaften mit etwa 8200 Mitgliedern und 13900 Alten Herren umfaßten. 1936 lösten sich die aktiven Bünde, 1938 der AltHerrenVerband. 1951 Gründung des Coburger Convents akademischer Landsmannschaften und Turnerschaften.

 

Mensur

- Der Abstand zweier Fechter beim Gefecht; bei mittlerer Mensur ist die gegnerische Trefffläche durch Ausfall erreichbar, bei enger Mensur durch Armstrecken, bei weiter Mensur durch einen oder mehrere Schritte vor dem Ausfall oder durch Sprung vor Ausfall oder Flècheangriff.

- Ein Zweikampf mit scharfen Hiebwaffen (Schläger), den die deutschen, östreichischen und schweizerischen schlagenden Studentenverbindungen pflegen; in ihrem Selbstverständnis als Kampfspiel und Mittel der Erziehung zu Einsatzbereitschaft und Selbstbeherrschung. Da diese Ziele mit rein äußerlichen Mitteln erreicht werden sollen, die zudem einer militaristischen Auffassung entspringen, gilt die Mensur vielfach als reaktionär.


 

Mütze

Die Mütze ist eine Kopfbedeckung der Füxe, Burschen und Philister, die zu den Veranstaltungen der Verbindung (Kneipe, Stiftungsfest, Gastbesuche) getragen wird.

 

Nation

als historischer Begriff svw. Volk bzw. Vertreter, Angehörige eines Volks oder einer regionalen Volksgruppe. Die Studentenschaft der mittelalterlichen Universität war nach Nationen konstituiert, ebenfalls die Teilnehmerschaft von Reformkonzilien (zuerst Konstanz, 1414 - 18; italien. frz. dt. engl. und span. Nationen); die Nationen berieten getrennt und waren im Plenum als Gruppe abstimmungsberechtigt.

 

Offizium

feierlicher Teil einer Kneipe mit Receptionen etc.

 

Paradeschläger

Ein Schläger, der am Vollwichs (hauptsächlich zur Präsentation) getragen wird. Während des "eigentlichen Chargierens" unserer Korporation wird er gezogen, auf die Fahne (Banner) gelegt und mit der Fahne mitgeführt. Auch während des Chargierens anderer Verbindungen wird er gezogen und vom Körper weg leicht in die Höhe gehalten (präsentiert). Er dient nicht als Schläger zur Mensur.

 

Pekesche

Die Pekesche ist eine verzierte Jacke, die zum Vollwichs gehört.

 

Philister

Mitglied einer Studentenverbindung nach erfolgreichem Abschluß des Studiums. Erst ab ca. 1860 kam die Bezeichnung Alter Herr auf, um der damaligen spießbürgerlichen Nebenbedeutung des Begriffes Philister die Würde des Alten Herrn entgegenzusetzen. In unserer Verbindung dauert die Philisterzeit drei Farbensemester, bevor ein Bursche nach formalem Antrag in den AltHerrenVerband aufgenommen wird.

 

Präsidium

Während einer hochoffiziellen oder offiziellen Veranstaltung liegt das Präsidium (Vorstand) mit allen Rechten und Pflichten beim Senior oder seinem ernannten Vertreter.

 

Reception

i.a. Burschung

 

Salamander

Festliche Trinkzeremonie zu bestimmten Anlässen, meist zur Ehrung einer Persönlichkeit

 

Satisfaktion

allgemein soviel wie Genugtuung; im studentischen Brauch die Genugtuung für eine Beleidigung, die unter Waffenstudenten bis 1945 als "unbedingte Satisfaktion" mit der blanken Waffe gegeben wurde (Zweikampf), meist nach Entscheidung eines Ehrengerichts, das dem Beleidiger auch Widerruf (Revokation) oder Abbitte (Deprekation) auferlegen konnte.

 

Schläger

studentische Fechtwaffe zum Fechten einer Mensur

 

Schriftwart

Chargenamt: Der Schriftwart (XX) ist in seinem Farbensemester für den Schriftverkehr der Aktivitas verantwortlich. Er verschickt zum Beginn eines Semesters das Semesterprogramm, versendet die Einladungen zum Stiftungsfest, nimmt die Post anderer Verbindungen und darüber hinaus entgegen, liest und beantwortet sie dementsprechend.

 

Senior

Chargenamt: Der Senior (X, Erstchargierte) ist in seinem Farbensemester Verantwortlicher für die Aktivitas in all ihren Belangen. Er steht den Kneipen (und dem Stiftungsfest) vor, koordiniert und nimmt die anfallenden Aufgaben, die über die der anderen Chargenämter hinaus geht, wahr und präsentiert in besonderer Art und Weise die eigene Korporation zu Gast bei anderen Verbindungen und in der Öffentlichkeit.

 

Stiftungsfest

Feier anläßlich des Jahrestages der Gründung der Verbindung
Die T.V.Widukind zu Iserlohn feiert ihr Stiftungsfest immer im April eines jeden Jahres, da das Gründungsdatum der 6. April 1951 ist.

 

Studentenverbindung

Sammelbegriff für die Gemeinschaft von Studenten und Akademikern auf der Basis eines Freundschaftsprinzips auf Lebenszeit

 

Studentische Orden

im 18. Jahrhundert entstandene geheime studentische Verbindungen, die im Sinne der Aufklärung und des frühen Freimaurertums die Ideale der Tugend und lebenslangen Freundschaft pflegen wollten. Sie bildeten straff geführte innere Ringe innerhalb der Landsmannschaften, von denen sie aber bald heftig bekämpft wurden. Amicisten (1770) und Harmonisten (1784) in Jena sowie Constantinisten (1771) und Uninisten (1774) in Halle/Saale. Von den Regierungen verfolgt (Reichstagsbeschluß von 1793), verfielen sie nach 1800. Ihre Zeremonien wirken z.T. im studentischen Brauchtum nach.

 

Verbindung

siehe auch Studentenverbindung

 

Verbindungsleben

Das Leben in all seinen Facetten in einer Verbindung

 

Vollwichs

Der Vollwichs (abgeleitet von Wichse als Lederputzmittel) ist ein besonderes studentisches Festgewand, daß von den Chargierten bei besonderen Anlässen, z.B. Stiftungsfest, getragen wird.  Er besteht aus Band, Cerevis, Pekesche, Schärpe, weißer Stiefelhose, schwarzen Schaftstiefeln, weißen Stulpenhandschuhen und einem Paradeschläger. Der Halbwichs ist eine Pekesche mit schwarzer Anzughose und Schärpe. Weiße Hose und Schläger sind mittelalterliche Symbole des freien Mannes, die Pekesche (polnischen Ursprungs) ist Symbol der Gegnerschaft zur französischen Besatzung.

 

Weinzipfel

Er gehört zur Familie der Zipfel. Einereits verleiht der Biersohn seinem Biervater während der Aufnahme in die Bierfamilie einen Weinzipfel (er ist schmaler und kürzer als ein Bierzipfel), andererseits wird er auch zwischen Bundes- und Farbenbrüdern als Freundschaftszipfel verliehen oder getauscht. Er beinhaltet die Farben der eigenen Verbindung sowie einen Schieber mit Wappen, Zirkel und Widmung.

 

Zipfel

Schmuckanhänger aus einem Stück Couleurband und einem Schieber mit Wappen, Zirkel und Widmung. Um eine Freundschaft oder einen Verdienst zu würdigen, wird ein Freundschaftzipfel verliehen oder auch getauscht.

 

Zipfelbund

Erhaltene Zipfel werden am Zipfelbund gesammelt und getragen

 

Zirkel

Zirkel entstanden während der Freimaurerzeit und wurden als "Geheimzeichen" einer Verbindung benutzt in Zeiten, in denen diese offiziell verboten waren. Er dient hinter der Unterschrift als Symbol der Verbindungszugehörigkeit, beinhaltet in einer besonderen "geschwungenen" Form oftmals den Anfangsbuchstaben des Verbindungsnamen und wird auch auf Couleurgegenständen benutzt.